Die Prebersee Saga

Prebersee Schießen - Alle, die wollen, dürfen einmal im Jahr auf das Spiegelbild einer Schießscheibe im See zielen - (c) Gabi Vögele

Hias Moser war ein Holzknecht im Lungau, er war verheiratet und hatte fünf Kinder. Eines Tages verletzte er sich beim Bäume fällen sein Bein und konnte nicht mehr arbeiten. Er, seine Frau Zilly und die fünf Kinder hatten Hunger und mussten darben. Als Hias am Abend vor seinem Haus auf der Bank saß und ganz traurig über seine Situation war, erschien auf einmal ein helles Licht und eine gute Fee.

Die gute Fee hilft dem armen Hias
„Hias, wenn du mir versprichst, dass du immer ein rechtschaffener und ehrlicher Mensch bleibst, dann helfe ich dir“, sagte die Fee und verschwand. Am nächsten Tag war Hias vor Hunger so verzweifelt, dass er sein Gewehr nahm und zur Jagd ging. Er wusste, dass es verboten war, aber er sah keine andere Möglichkeit mehr, seine Familie zu ernähren.

Das Wunder am Prebersee
Er zog zum Prebersee und sah plötzlich auf der anderen Seeseite einen prachtvollen Hirsch stehen. Er nahm sein Gewehr, zielte und schoss. Vor lauter Aufregung schoss Hias aber ins Wasser. Die gute Fee beobachtete ihn und hatte Mitleid mit dem armen Hias und seiner hungernden Familie. Also half sie ihm: Der Schuss ging ins Wasser, tauchte wieder auf und tötete den Hirsch. Voller Stolz kam Hias mit dem erlegten Hirsch nach Hause. Nach einigen Tagen erzählte Hias seiner Frau das Wunder, dass er vor Aufregung versehentlich ins Wasser geschossen hatte und trotzdem der Hirsch getroffen wurde. Zilly glaubte ihm kein Wort. Also ging Hias eines Tages mit Zilly zum Prebersee und schoss auf die gegenüber liegende Uferseite ins Wasser. Und siehe da, der Schuss tauchte kurz im Wasser unter und die Kugel flog dann an Land.

Das Geheimnis vom Prebersee
Zilly musste versprechen, keinem Menschen etwas zu erzählen. Es kam wie es kommen musste, bald wurde die Geschichte hinter vorgehaltener Hand im ganzen Lungau erzählt.

Dem Wunder auf der Spur
Der Bürgermeister von Tamsweg erfuhr davon und ging zu Hias, denn er wollte es genau wissen. „Hias, hast du am Prebersee ins Wasser geschossen und den Hirsch getroffen?“ Hias wurde ganz rot im Gesicht, ihm war bewusst, dass er wegen Wilddieberei angeklagt werden kann. Er antwortete: „Ja, ich habe ins Wasser geschossen und trotzdem den Hirsch getroffen“. „Hias, das musst du mir zeigen“, antwortete der Bürgermeister. Also gingen sie am nächsten Tag zum Prebersee. Hias schoss ins Wasser und siehe da, die Kugel prallte am Wasser ab und fiel an Land. Schwer beeindruckt ließ sich der Bürgermeister das Gewehr geben. Er schoss ins Wasser, die Kugel prallte an der Seeoberfläche ab und fiel an Land. „Hias, das ist ein Wunder, du bist von der Anklage wegen Wilddieberei befreit.“ Seit diesem Tag dürfen alle, die wollen, einmal im Jahr auf das Spiegelbild einer Schießscheibe im See zielen, verfolgen wie die Kugel im Prebersee kurz verschwindet, wiederauftaucht und die Schießscheibe, die für den Hirsch steht, trifft.

Prebersee Schießen - Alle, die wollen, dürfen einmal im Jahr auf das Spiegelbild einer Schießscheibe im See zielen - (c) Gabi Vögele
Prebersee Schießen - Ziel ist es, die kleine Scheibe, die sich im Seewasser spigelt möglichst in der Mitte zu treffen - (c) Gabi Vögele
Prebersee Schießen - Mit einem speziellen Messgerät wird ermittelt, welcher Schuß am nächsten zum Mittelpunkt der Scheibe liegt - (c) Gabi Vögele
Prebersee Schießen - Der Schützenkönig erhält als Preis eine hölzerne Schießscheibe - (c) Gabi Vögele
Prebersee Schießen - und Hutnadeln, die mit Stolz von den Gewinnern getragen werden - (c) Gabi Vögele
Prebersee Schießen - Die Lungauer wissen wie man feiert und so wird auch das Schießen von Musikern umrahmt - (c) Gabi Vögele
Prebersee Schießen - Natürlich darf das Gruppenbild der Sieger mit den Musikern nicht fehlen - (c) Gabi Vögele
Prebersee Schießen - Nach dem Schießen liegt der Prebersee wieder ruhig im Wald und alle Wald- und Seebowhner haben wieder ihre verdiente Ruhe - (c) Gabi Vögele

Über den Autor

Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.