Die raue, wilde Schönheit der katalanischen Pyrenäen von Gabi Dräger
Die raue, wilde Schönheit der katalanischen Pyrenäen von Gabi Dräger
Dörfer mit Häusern aus Naturstein, Gipfel mit über 3000 Metern, tiefe Täler, Seen und Flüsse charakterisieren den spanischen Teil der Pyrenäen in Katalonien. Pinien-, Birken-, Eschen- und Eichenwälder geben der Landschaft ihren grünen Anstrich.
Genau um Mitternacht, zur Geisterstunde, kommen wir in Puigcerdà, der Hauptstadt der Cerdanya in den Pyrenäen an und finden zum Glück das Hotel El Prado auf Anhieb. Der Nachtportier erhebt sich aus einem alten Friseurstuhl. Sein Kopfschütteln und Spanisch ist eindeutig. Nein, zum Essen bekommen wir jetzt nichts mehr. Nein, auch keinen Wein mehr. Obwohl wir von der langen Autofahrt von Barcelona völlig müde sind, sammeln wir unsere ganzen Spanischkenntnisse und versuchen ihn zu überzeugen. Schließlich bekommen wir einen vino tinto. Plötzlich schlurft eine Gestalt im Bademantel durch den Flur und verschwindet in einer gegenüberliegenden Türe. Träumen wir oder war es ein Hausgeist?
„Hola, que tal?“ begrüßen uns Lurdes und Francesc, die Bergführer von Atlas Natura am nächsten Morgen nach dem Frühstück. Die Verständigung ist kein Problem, denn sie sprechen englisch. Lurdes hat eine Zeitlang in Bremen gelebt und findet alles „lecker“. Francesc ist ein rasanter Fahrer, in Windeseile geht die Fahrt über Guils de Cerdanya zum Pla de la Feixa. Die Wiesen sind übersät mit Küchenschellen. Bei einem leichten Aufstieg durch den Zirbenwald gibt es immer wieder kurze Regen- und auch heftige Graupelschauer. Am halb verlandeten See Estany Mal liegt ein von der Sonne gebleichtes Kuhgerippe. Ob das ein Zeichen ist? Wir haben die Nase voll von den Graupelschauern und verzichten auf den Rest der Wanderung. Für den Rückweg hat sich Francesc offensichtlich eine Abkürzung ausgedacht. Wir schlagen uns durch dichtes Alpenrosengestrüpp, klettern über große Granitblöcke und durch Buschwerk, das an den Hosenbeinen zerrt. Und dann finden wir wieder ein Kuhgerippe. La Sierra de las Vacas muertas ? Wir halten uns mit Witzen bei Laune. Mit langen Gesichtern gehen wir enttäuscht am geschlossenen Refugi de la Feixa vorbei. Nach zweieinhalb Stunden schließt sich der Kreis und wir sind wieder am Parkplatz. Im Auto holpern wir auf unbefestigter Straße an den schönen Bergdörfern Girul und Meranges vorbei ins Tal. In der ehemaligen Bahnstation L’estacio von Queixans gibt es ein spätes Mittagessen. Die Einrichtung ist einfach, dafür hat das Essen Sternequalität. Die Nähe der französischen Grenze macht sich in der Küche bemerkbar. So werden Pilze „cholis“, Schnecken und Rebhuhn mit Kohl, Stopfleber und Ziegenkäse angeboten. Inzwischen scheint die Sonne und der anschließende Ausritt im Gebiet von Prullans versöhnen. Die Sonnenstrahlen spielen in den Mähnen der Pferde und die Regentropfen am Morgen sind längst vergessen.
Das Frühstück ist ganz katalanisch erst um neun Uhr. Mit Francesc fahren wir am Skigebiet La Molina in 1700 Meter Höhe zur Collada de Toses, wo wir bei einem kurzen Stopp eine Wiese bewundern, die fast vollständig mit den schönen blauen Schusternägeln bedeckt ist. Dann geht es nach Ribes de Freser. Wir gewöhnen uns schnell an die katalanische Mentalität und trinken noch einen „cortado“, einen Espresso mit etwas Milch, bis die Zahnradbahn fährt und vergessen die Zeit. Nix wie los. Um die Bahn noch zu erwischen und müssen wir plötzlich rennen. El Cremallera, die Zahnradbahn, von Ribes de Freser nach Núria, ist die einzige in Spanien. Sie wurde 1931 erbaut und überwindet tausend Höhenmeter in zwölf Kilometern. Eine halbe Stunde schweben wir über einer wilden Schlucht bis zur Bergstation in 1956 Meter Höhe. An einem See, umrundet von hohen Bergen, liegt die trutzige Santuari de Núria mit der Kirche. Pilgern, Wanderern und Ausflüglern, jeder will die berühmte Madonna in Virgen de Núria in der Wallfahrtskapelle besuchen. Sie ist die Schutzpatronin der Pyrenäenschäfer und außerdem soll sie bei Kinderlosigkeit helfen. Die Wallfahrtskirche wurde 1883 anstelle einer Einsiedelei errichtet und der vom Fluss bewässerte See wurde künstlich angelegt und wird heute zum Bootfahren genutzt.
Wir besichtigen im Hotel kurz den historischen Salon. Hier wurde Geschichte geschrieben, denn 1932 wurde hier die autonome Region Katalonien ratifiziert. Gegen Mittag gehen wir auf dem Weitwanderweg GR 11 zurück nach Ribes de Freser. Der Abstieg führt an einem Wasserfall vorbei über romanische Brücken auf dem alten Pilgerweg.
Nach knapp drei Stunden sind wir im Restaurant La Perdiu Blanca, das weiße Rebhuhn. Die Tischplatte biegt sich, soviel wird aufgetischt: Wurst und Schinken, gegrilltes Gemüse, Salate, gegrillte Calamari und das exzellente Dessert „Crema Catalana“. Ein Orujo, ein rassiger Trebernschnaps, hilft nach dem opulentem Mahl. Die spanische Schnapskultur ist beeindruckend – zum Abschluss wird eine Flasche Orujo auf den Tisch gestellt, und jeder trinkt, soviel er mag.
Die Fahrt geht weiter zum Santuari de Montgrony, das auf einem steilen Felsen thront, dessen Wände auch bei Kletterern beliebt sind. Die Atmosphäre ist perfekt, den die Sonne geht unter und malt Licht und Schatten auf das alte Gemäuer und Felswand. Fahrt zurück im Abendlicht nach Camprodon. Die Besitzerin des Hotel Sant Roc erklärt, dass es kein Frühstück vor neun Uhr gäbe. Aber die Bäckerei um die Ecke. Gepäck aufs Zimmer bringen und da es fast zehn Uhr abends ist, gehen wir gleich rüber zum Restaurant La Placeta und lassen den Tag ausklingen. In der kleinen Bäckerei frühstücken wir dann am nächsten Morgen. Der Laden wird immer voller, da jeder Einkäufer bleibt uns sich mit uns unterhält.
Unsere Wanderung beginnt am Coll de la Boixeda. Zunächst geht es auf breitem Forstweg durch dichten Wald. Bei den Häusern von Can Planas sage ich in meinem schönstem Spanisch zu zwei Frauen, die gerade vor der Haustüre stehen: „Estas casas son muy bonitas (diese Häuser sind sehr schön).“„Seid ihr Deutsche?“ kommt die Antwort in Schwitzerdütsch. Wir werden zu einer Tasse Kaffee eingeladen. Auf geht’s. „Wiederluege“ verabschieden sich die Schweizerinnen. Der Weg führt durch sonnigen Mischwald, immer im Tal entlang. Ein Kuckkuck ruft unermüdlich. Nach der Einmündung in den Riera de Beget wird dieses zum engen Barranco. Gegen Mittag nach zweieinhalb Stunden Gehzeit sind wir in Beget, das von bewaldeten Bergen umgeben ist. Es scheint das hier die Zeit seit dem Mittelalter stehen geblieben ist. Eine romanische Kirche, alte Steinhäuser und die historische Brücke strahlen eine unglaubliche Ruhe aus. Beget gehört wohl zu den schönsten Dörfern der spanischen Pyrenäen. Hinter einem Fenster sehen wir einen Maler hinter seiner Staffelei. Er lädt uns winkend in sein Atelier ein. Jacinto Enfruns, erzählt, dass er in Beget viel lieber ist, als in seiner Stadtwohnung in Barcelona. Nur wenn er seinen Galeriesten besuchen muss, fährt er in die Stadt. Wir gehen dann alle zusammen ins Restaurant
El Forn. Huhn mit Pflaumen in Sherry wird aufgetischt. Die ungewöhnliche Kombination schmeckt zum Niederknien.
Weiterfahrt nach Olot. Der Ort wurde 1427 durch ein gewaltiges Erdbeben zerstört und besitzt heute keinen mittelalterlichen Kern mehr, wie die meisten der Dörfer und Städte in den Pyrenäen. Im Naturpark des Vulkangebiets der Garrotxa, dem bedeutendsten Vulkangebiet Spaniens stapfen wir hinter Lurdes und Francesc hinterher. Rund dreißig ebenmäßig geformten Vulkankegeln, Explosionskratern und Basaltlava im Park sind in dem feuchten Klima von der Natur überwuchert. Wir wandern auf einem gut markierten Weg auf einen Kraterrand mit einem Blick in den Kessel. Wir können nur erahnen, mit welcher Kraft diese Kegel geformt wurden.
Die Pyrenäen machen neugierig. Je mehr man sieht um so mehr will man noch kennen lernen. Ja, da hilft nichts, ich muss noch einmal hin.
INFOS KOMPAKT
KATALANISCHE PYRENÄEN
HAUPTREISEZEIT Juli bis September
UNTERKÜNFTE Berghütten, Refuges, findet man an den großen Wanderwegen in den höheren Lagen der Pyrenäen. Jugendherbergen, Albergues Juveniles, sind während der Sommerferien oft ausgebucht, Fondas sind kleine Ein-Stern Hostals, Hostals sind einfacher als Hotels und kosten etwa 20 Euro. Paradores, staatliche Hotelbetriebe, zumeist in historischen Gebäuden, wie Burgen oder Schlössern, mit 3 bis 4 Sternen. Dann gibt es in den Pyrenäen Hotels bis zu 4-Sternen.
ALLGEMEINES Die Pyrenäen erstrecken sich auf einer Länge von 430 km vom Atlantik zum Mittelmeer und bilden eine natürliche Grenze und Wetterscheide zwischen Frankreich und der iberischen Halbinsel. Höchster Berg ist der Pico de Aneto im Maladeta-Massiv mit 3404 m. Es gibt rund zweihundert Gipfel über 3000 Meter.
ANREISE Mit dem Flugzeug: Lufthansa www.lufthansa.de, Air Berlin www.airberlin.com, Germanwings www.germanwings.de, Ryan Air www.ryanair.com, TUIfly www.tuifly.com. Von Barcelona gibt es Bahn- und Busverbindungen in die Pyrenäen. Man kann sich auch ein Auto am Flughafen mieten.
Bahn www.bahn.de, www.autozug.de
Bei der Anreise mit dem Auto entstehen etwa 120 Euro Mautgebühren.
TOUREN VOR ORT Atlas Natura, Pl. De l’Ajuntament, 3, 17534 Ribes de Freser, Tel.: 0034-972 727 728, This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. , www.atlasnatura.com
VERANTSTALTER In Deutschland bieten folgende Veranstalter Touren in den Pyrenäen an : DAV Summit Club GmbH, www.dav-summit-club.de, Wikinger Reisen: www.wikinger.de,
INFORMATIONEN Spanische Fremdenverkehrsamt, Myliusstrasse 14, 60323 Frankfurt am Main, Tel.: 069-725038, This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. , www.spain.info
- Pyrenäen / Wandergeschichten
- Mittwoch, 23. November 2011
Lanzarotes wilde Schwestern
Kanarische Inseln für Entdecker: La Graciosa, Montaña Clara, La Alegranza
Die Inseln des Archipiélago Chinijo liegen abseits der Touristen-Routen. Gerade deshalb gibt es in dem von Wind und Wellen umtosten Naturpark nördlich von Lanzarote viel zu entdecken – einsame Vulkanberge, schneeweiße Sandstrände und sogar einen Piratenschatz.
- Lanzarote / Allgemeines und Aktuelles
- Freitag, 10. Februar 2012
Zu den Wurzeln der spanischen Kultur
Alcalá de Henares, Salamanca und Cáceres - Das Zentrum Spaniens vom internationalen Tourismus noch nicht beeinflusst. Mittelalterliche Städte haben keinen Museumscharakter sondern sind lebendig durch die Universitäten mit ihren Studenten.
Alcalá de Henares – Cervantes und Störche
Obwohl Alcalá de Henares nur 30 Kilometer von Madrid entfernt liegt, ist man in einer anderen Welt angekommen. Nach dem hektischen Treiben der Großstadt Madrid fühlt man sich wie in das Mittelalter katapultiert. Eine Mauer umschließt zum Teil die Altstadt und es macht Spaß durch die engen Gassen zu bummeln. Doch der Blick geht immer wieder suchend zu Türmen und Dächern um Störche in ihren Nestern zu entdecken. Hier in Alcalá de Henares wurde Miguel Cervantes, der große spanische Schriftsteller geboren. Obwohl das Museum Casa Natal de Cervantes nicht das tatsächliche Geburtshaus ist, sondern ein Nachbau an der Stelle, an der die Familie Cervantes gelebt haben soll, hier kann man die Zeit nachempfinden. Im Innenhof steht ein alter Ziehbrunnen und im ersten Stock spiegeln Möbel, Kleidungsstücke, Rasierschüssel und Bücher das Leben der Familie Cervantes wider. Beim Gang durch das Museum werden Erinnerungen an Don Quijote wach. Der verschrobene alte Mann, der als Ritter auf seinem Pferd der Rosinante auf der Suche nach Abenteuern in der La Mancha unterwegs war wurde von seinem Knappen Sancho Panzo begleitet. Windmühlen sieht er als gefährliche Riesen mit vielen kräftigen Armen, die er angreift und jämmerlich scheitert, als der Wind die Flügel in Bewegung setzt. Alle seine Abenteuer unternimmt er für die edle Dame Dulcinea, die aber von der ganzen Sache gar nichts weiß. In der Calle Mayor gibt es altmodische Tante Emma-Läden, moderne Boutiquen und viele kleine Cafés. Einen Burger King gibt es auch, aber wer will schon dorthin, wo es doch so leckere Tapas gibt. Sehenswert ist die 1499 gegründete Universität, sie gehört zu den ältesten in Europa. Die Fassade sieht aus wie ein Schloss, sie ist eines der wichtigsten Werke der Renaissance und wurde mit der Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt.
Eine tragische Geschichte der Christenverfolgung spielte sich in Alcalá ab. Justus und Pastor, zwei Schulkinder, um 295 nach Christus geboren, wurden obwohl sie Kinder waren, bei der Christenverfolgung hingerichtet, da sie sich zu ihrem Glauben bekannten. Und genau an der Stelle der Hinrichtung der Kinder wurde vermutlich die „Kathedrale der Märtyrerkinder Justus und Pastor“ errichtet. Von hier laufen alle Straßen sternförmig aus der Stadt.
Zum Sonnenuntergang sollte man unbedingt auf den Torre Santa Maria am Plaza Cervantes steigen. So steht man oben Auge in Auge mit den Störchen auf den umliegenden Giebeln. Es gibt mehr als hundert Paare, die teilweise das ganze Jahr in Alcalá bleiben. Das Abendrot taucht die Altstadt, Kirchtürme und Klöster in ein rotgoldenes Licht. Unten auf dem Platz mit seinen glatten Steinen üben Kick-Boarder Sprünge.
Schon der Eintritt in die supermoderne Lobby des Paradores ist überwältigend. Früher schliefen hier Mönche, heute ist das ehemalige Dominikanerkloster Santo Tomás in eine vier Sterne Luxusunterkunft verwandelt worden. Die Sauna im ersten Stock der Kirche, ist ganz luxuriös und futuristisch gestaltet. Wenn jemand aus Krieg der Sterne um die Ecke käme, würde es einen nicht wundern. Zum Frühstück gib es alles was man sich vorstellen kann von Weißbrot mit Tomaten und Olivenöl, Tortilla, dem köstlichen spanischen Schinken, den scharfen Würsten bis zum „Cava“, dem spanische Sekt. Im Restaurant des Parador kann man im Innenhof abends wunderbar kastilisch speisen und das milde Klima genießen.
Salamanca – Kastilien Leon lebendige Universitätsstadt
Der Plaza Mayor ist der schönste Platz der Welt, so sagen die Einheimischen. Das Rathaus dominiert den Platz mit seinen Arkaden, vielen Cafés und Restaurants. Im Cafe Novelty, dem traditionellen Literaten-Café treffen sich seit seiner Gründung 1905 bis heute Künstler, Schriftsteller, Politiker und Geschäftsleute. Früher fanden auf dem Platz Stierkämpfe statt und Markt wurde abgehalten. Heute gibt es einen Steinwurf weiter eine große Markthalle. Salamanca hat die älteste Universität seit 1215. Heute pulsiert das Leben durch die Studenten. Zum Mittagessen gibt es eine Butifara, die Spezialität der Gegend. Es ist ein deftiges Gericht aus Kartoffeln mit Paprika und Speck. So ist man gut gestärkt für die Stadterkundung. Auffallend ist ein Haus an dessen Fassade etwa 300 Muscheln zu sehen sind. Es gehörte dem Santiago-Ritter Talavera Maldonado, deshalb hat er das Symbol des Pilgerweges, die Jakobsmuscheln anbringen lassen. Bemerkenswert ist auch die platereske Hauptfassade der Universität. Wo ist der Frosch? Jeder sucht den Frosch, der im reichen Ornamentschmuck auf einem Totenkopf versteckt ist. Es bedeutet Glück, wenn man ihn findet, so sagt man. In der Universität gibt es auch die erste öffentliche Bücherei Europas von 1264. Die wertvollen alten Handschriften, werden dort bei konstanten elf Grad gelagert.
Auf dem Weg zum Rio Tormes mit seiner langen Brücke aus der Römerzeit kommt man an einer beeindruckenden Jugendstil-Fassade vorbei. In dem Museum von 1905 wird Glaskunst von Gallé und Lalique ausgestellt. Pilger kommen einem entgegen, die Ruta de la Plata, der Silberweg, führt durch Salamanca nach Santiago de Compostela.
Zurück im Zentrum in der Einkaufsmeile ist die Modekette Zara in einer Barockkirche untergebracht. Statt Shopping sind doch besser Tapas angesagt. Im Casa Paca gibt es an der langen Theke an der Bar etwa 40 verschiedene Sorten und an der ganzen Decke hängen Schinken dicht an dicht. Man nimmt an einfachen Holztischen Platz oder bleibt an der Bar stehen. Wenn man öfter kommt wird man schon mit einem Kopfnicken der Einheimischen begrüßt. Gleich gegenüber in dem Feinschmeckerladen Ibericos Artesano kann man eingeschweißten Pata Negra für zu Hause kaufen. Der Schinken der schwarzen Schweine, die nur mit Eicheln ernährt werden, ist eine Spezialität und schmeckt köstlich.
Ein Erlebnis der besonderen Art ist die Besichtigung des Daches der Catedral Nueva. Auf dem gut gesicherten Weg, man muss nicht mal schwindelfrei sein, kann man eindrucksvolle Eindrücke aus der Höhe auf Salamanca genießen. Eine Gruppe Spanier macht auf einer Aussichtsplattform ein Erinnerungsfoto. Im Chor rufen sie laut „Patata“, Kartoffel, um ein Lachen auf ihr Foto zu bannen. Der Blick auf den hohen Turm der Kathedrale lässt einem den Atem stocken, wenn man sich vorstellt, dass der „Mariquelo“, seit 27 Jahren jedes Jahr am 31. Oktober ungesichert auf die Kuppel klettert und dabei von hunderten von Zuschauern beobachtet wird. Er spielt ganz oben auf der Spitze die Trommel und bittet, dass sich das schreckliche Ereignis nicht wiederholt, dass 1755 bei dem schweren Erdbeben von Lissabon zwar die Kathedrale von Salamanca beschädigt hat, die aber nicht eingestürzt ist und keine Menschenleben gefordert hat. Der Mariquelo heißt mit bürgerlichen Namen Angel Rufino de Aro, ist 50 Jahre alt und hat keinen Sohn, der seine Nachfolge antreten kann. Nur einmal in seinem Leben ist er runtergefallen, aber nur von einem Apfelbaum.
Wieder unten im Kirchenschiff gelangt man in die Catedral Vieja, die alte Kathedrale, deren Bau schon um 1100 begonnen wurde. In der Capilla Mayor steht eine mit Edelsteinen besetzte Statue der „Virgen de la Vega“ um die 53 Darstellungen das Leben Christi in leuchtenden Farben wiedergeben. Die Farben der Bildtafeln sind so ungewohnt leuchtend, da sie gerade restauriert worden sind. Früher konnten die Leute zumeist nicht lesen und wurden so per Bildsprache informiert. In der kleinen Seitenkapelle der Santa Bárbara mussten Doktoranden die Lucero-Skulptur in der Nacht vor der Prüfung berühren und die Nacht dort verbringen, dass sollte ihnen Glück bringen. Wenn sie durchfielen, gab es für die Studenten eine Esels Tür aus der sie entweichen konnten, allerdings nicht unbemerkt, sie wurden dort mit Tomaten und Eiern beworfen.
Cáceres – Störche als Wahrzeichen
Die mittelalterliche Kulisse ist so perfekt, dass in Cáceres oft Filme gedreht werden. Trotzdem kommt man sich in der Altstadt, die vollständig von einer Stadtmauer mit zwölf Türmen und fünf Toren umgeben ist, nicht wie in einem Museum vor, denn Cáceres ist Universitätsstadt. Den Reichtum der Stadt brachte die Wolle. Schafzüchter haben hier reich verzierte Paläste gebaut. An den Palästen der reichen Adligen gibt es große Pechnasen, die mit heißem Pech gefüllt wurden um Eindringlinge abzuwehren.
Wer die Füße der Bronzefigur des heiligen Pedros de Alcántara, eines Franziskanermönches, vor der Kathedrale Santa Maria berührt, kann auf ein bisschen Glück hoffen. Die Zehen der Bronzefigur sind von den vielen Glücksuchenden schon ganz blankpoliert. Wer heiraten möchte sollte seine Füße küssen. Im Museum kann man die unheimlichen Büßergewänder besichtigen die bei Prozessionen in der Osterwoche getragen werden. Wer mag kann mit ein paar bereitliegenden Utensilien sich auch verkleiden und ein paar Fotos machen.
Auch im Untergrund ist es spannend. Eine riesige Zisterne, die noch mit Wasser gefüllt ist, zu der man vom Museo de Cáceres hinabsteigen kann führt in eine andere Welt. Säulen die das Deckengewölbe tragen, vermitteln den Eindruck eines verzauberten Palastes einer Nymphe. Cáceres gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Städten Spaniens und zählt zum Unesco-Kulturerbe. Spät abends beginnt die Stadt erst so richtig zu leben. Vor den vielen Bars, bei einem Drink und ein paar Tapas kann man dann dem regen Treiben in den Gassen zusehen.
Fazit: Was gibt es schöneres als abends in einem Straßenlokal ein paar Scheiben Pata Negra und ein Glas Rotwein zu genießen?
Infos
Spanisches Fremdenverkehrsamt, Litzenburger Str. 99, 6. OG, 10707 Berlin, Tel.: 030-8826543,
e-mail:
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, Internet: www.spain.info/de/tourspain
Spanischer Fremdenverkehrsamt, Grafgenberger Allee 100, 40237 Düsseldorf, Tel.: 0211-6803981/80, e-mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. ,
Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstraße 14, 60323 Frankfurt am Main, Tel.: 069-725038,
e-mail:
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, Internet: www.spain.info/de
Spanisches Fremdenverkehrsamt, Postfach 151940, 80051 München, Tel.: 089-5307460,
e-mail:
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, www.spain.info/de
Alcalá de Henares, Salamanca und Cáceres
Alte Städte mit einer Stadtmauer umgeben
- Spanien / Wandergeschichten
- Dienstag, 07. August 2012

