Über den Dandlberg, 910 m, 4 Std.

Abwechslungsreiche Runde im Samerberger Wanderparadies

Diese attraktive Runde führt durch eine der schönsten Landschaften Bayerns. Es ist der Samerberg, eine hügelige Hochtallandschaft am Alpenrand, die ihren Namen von der Berufsgruppe der Samer hat, die mit ihren Rössern den Warentransport über die Alpen besorgten (ganz wichtig war Salz als Konservierungsmittel, aber auch Wein, z. B. für die Chiemseeklöster). Die Samerberger widmeten sich bevorzugt dem Transportwesen (zu Lande und auf dem nahen Inn), da die Landwirtschaft wegen der Höhenlage, des hügeligen Moränenreliefs und der sumpfigen Verlandungsbereiche des ehemaligen Törwanger Sees nicht genug abwarf. Die nordwestliche Begrenzung der Samerberg- Region zum Rosenheimer Becken hin bildet der Dandlberg. Von ihm kennen viele nur die aussichtsreich gelegene »Alm«-Wirtschaft gleichen Namens. Der Gipfel selbst wird nur selten besucht, was sicher etwas mit seinem dichten Waldkleid zu tun hat. Dass man von seinem höchsten Punkt keine Aussicht genießen kann, lässt sich bei der hier vorgeschlagenen Überschreitung aber leicht verschmerzen, schließlich bieten sich davor und danach genug ausgesprochen reizvolle Aussichtspunkte.

Ausgangspunkt: Parkplatz beim Schwimmbad (647 m) zwischen Grainbach und Törwang. Zufahrt von der Autobahnausfahrt Achenmühle in den gleichnamigen Ort, dort rechts ab Richtung Törwang, nach der Steigungsstrecke die erste Linksabzweigung nach Grainbach ignorieren, der zweiten folgen; vor der Schule (Haltestelle Wanderbus Rosenheim – Samerberg, nur Sa/So im Sommer) rechts ab und hinunter zum kleinen Moorschwimmbad.

Höhenunterschied: 480 m.

Anforderungen: Keine; überwiegend bequeme Wanderwege, nur am Dandlberggipfel fordert ein  wurzeliger, an einer Stelle auch steiler Pfad etwas Aufmerksamkeit (kann man auf Variante 2 auch umgehen).

Einkehr: Beim Naturbad (Ausgangspunkt), Entenwirt, Gasthof zur Post und Café Maximilian in Törwang, Gh. Schönblick (Schinkensepp) in Obereck, Dandlbergalm, Badwirt bei Roßholzen, Jagerhäusl in Holzmann.


Varianten: 1)
Div. alternative Ausgangspunkte (siehe Parkplätze auf der Karte). 2) Den Pfad über den Dandlberggipfel kann man umgehen (und dabei ¼ Std. einsparen), indem man zwischen Dorfen und der Dandlbergalm auf dem gekiesten Hauptfahrweg bleibt. Weitere Abkürzungsmöglichkeiten gut beschildert.

Vom Parkplatz am Schwimmbad gehen wir am Waldrand zu dem Weg, der von Grainbach herüberkommt. Wir folgen ihm nach rechts in den Wald, bald darauf über Grünland aufwärts, über die Straße hinweg und am Busunternehmen Samerberger vorbei nach Törwang (700 m) zum Dorfplatz vor der alles überragenden Kirche Maria Himmelfahrt. Dort, westlich neben dem Gasthof zur Post, ist das Schusterhäusl von 1752 besonders sehenswert, vor allem wegen seiner Fassadenmalerei. Direkt links davon gehen wir zu einem Christuskreuz. Dort rechts, gelangen wir auf einen berganführenden Pfad. Nach einem kurzen Straßenabschnitt ist die Luitpoldeiche (761 m) erreicht. Die wurde zu Ehren von Prinzregent Luitpold an seinem 70. Geburtstag am 12. März 1891 gepflanzt. An der kleinen, daneben errichteten achteckigen Aussichtskapelle genießt man eine überwältigende Aussicht aufs Alpenvorland. Zurück an der schmalen Straße nehmen wir die Gehrichtung wieder auf, passieren im Weiler Obereck das Gasthaus Schönblick (Schinkensepp) mit seinem aussichtsreichen Gastgarten und halten uns an der Verzweigung halb links Richtung Steinkirchen. Nach einer Linkskurve führt ein Wiesenweg nach rechts über einen Rücken (815 m, mit Rastbank). Nach dem Bauernhof von Oberleiten erreichen wir Steinkirchen (794 m) mit der weithin sichtbaren Kirche St. Peter; ein Vorgängerbau wurde 1145 erstmals erwähnt, das heutige Gebäude wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und war im letzten Jahr des 20. Jahrhunderts – historisch nur von individueller Bedeutung – die Hochzeitskirche des Autors. Das Sträßchen führt mit einem Linksbogen zum Weiler Dorfen, wo wir rechts abbiegen auf den Weg 28 und an einer frei stehenden Linde vorbei zum Waldrand wandern. Daran entlang folgen wir dem Hauptweg bergan zu einer großen Verzweigung. Dort folgen wir dem befestigten Sträßchen nach rechts und passieren bald ein Wasserfassungsgebäude. Danach schlagen wir die zweite Abzweigung nach rechts ein (kleinerer Weg, Nr. 55) und halten dann halb links auf den Bergrücken zu. Über eine Steilstufe nahe der Kammlinie erreicht man den höchsten Punkt des  Dandlbergs (910 m). Aussicht darf man hier noch nicht erwarten, erst muss man – auf dem Rücken die Richtung beibehaltend – noch ein Stück absteigen, bevor zwei Bänke dazu einladen, den Blick in die Ferne schweifen zu lassn. Auf einem Karrenweg nach links ist gleich darauf die Dandlbergalm (770 m) erreicht, wo man die Aussicht auf das Inntal und den Wendelstein bei einer Einkehr genießen kann.

Weiter geht es auf dem bergabführenden Fahrweg nach Schilding (690 m), wo wir kurz geradeaus in den Ortskern gehen. Dort biegen wir rechts ab und am Ortsende wieder links, um auf einem Wanderweg nach Roßholzen (679 m) zu gelangen; der Ort wurde 788 erstmals erwähnt. Wir überqueren die Hauptstraße und gehen Richtung Haus bergan, bis es vor dem Sportplatz nach links zum Bad mit dem gleichnamigen Wirt geht. Weiter in einem Rechtsbogen nach Friesing (670 m) hinein. Im Weiler gehen wir links, gegenüber dem letzten Haus rechts hinab und bei der folgenden Verzweigung wieder links. Im Wald ignorieren wir eine Abzweigung nach links und gehen zum Steinbach hinab. Nach der Brücke (590 m) treten wir auf der anderen Talseite auf eine Wiese hinaus und halten direkt auf die Hochries zu. Bei einem Wegweiser setzt ein Feldweg an, der sich zu einem Sträßchen hinaufschlängelt. Daran nach links, kommen wir beim Café Jägerhäusl nach Holzmann (644 m). Im Weiler geht es wieder links und auf einer Teerstraße hinab bis zum Waldrand (622 m) – dort nach rechts auf einen Wanderweg. Nach einer Bachüberquerung werden alle Abzweigungen nach rechts ignoriert. Eine Asphaltstraße wird geradewegs überquert. Nach einer weiteren Brücke öffnet sich der Blick auf Törwang und wir kommen zu einer Tafel über die Eiszeit am Samerberg. Kurz davor zweigt ein undeutlicher Weg nach Süden zum Waldrand ab – dem folgen wir. Als Lehrweg (Nr. 52) führt er gleich darauf nach links in den Wald und dann – über Bretter – durch ein Feuchtbiotop. Bei einer T-Kreuzung geht es nach rechts, bei der nächsten links, dann geradewegs an einer Kneippanlage vorbei. Die Abzweigung nach Grainbach wird ignoriert, gleich nach einer Brücke wird der Weg nach rechts eingeschlagen. Neben der nächsten Brücke (642 m) folgen wir dem Verbindungsweg Grainbach – Törwang nach links zum Schwimmbad (647 m).

Mit freundlicher Genehmigung des Rother Bergverlages
Rother Wanderführer Chiemsee von Gerhard Hirtlreiter ISBN 978-3-7633-4329-4

Über den Autor

Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.