Walchensee und Kochelsee

Blick vom Jochberg auf den Walchensee

Wie bekommt man Motorsport, Technik, Geschichte, Kunst, Erholung und Natur unter einen Hut? Ganz einfach, durch einen Besuch des Zwei-Seen-Landes zwischen Kochelsee und Walchensee.

Bereits seit über 100 Jahren liefern sich Motorsportler Rennen auf der Strecke am Kesselberg zwischen Kochel und Walchensee. Wo bereits Papa Stuck sein Unwesen trieb, treffen sich an schönen Tagen hunderte Biker auf dieser wunderschönen Strecke. Aus Sicherheitsgründen ist die Strecke an Wochenenden und Feiertagen seit einigen Jahren für Biker in südlicher Richtung gesperrt. 

Ein technisches Highlight findet man beim Besuch des Walchenseekraftwerkes. Der Ingenieur Oskar von Miller schaffte es Ende des zweiten Weltkrieges alle Skeptiker von diesem Projekt zu überzeugen. So wurde unter schwersten Bedingungen das weltweit erste Kraftwerk dieser Art gebaut und am 24. Januar 1924 in Betrieb genommen. Noch heute zählt es mit einer durchschnittlichen Jahresleistung von 320.000.000 kWh zu den größten Hochdruckspeicher-Kraftwerken Deutschlands. Für Technikbegeisterte ist eine Besichtigung des Kraftwerkes ein Muss.

Auch in Punkto Geschichte hat die Gegend einiges zu bieten. Neben dem Freilichtmuseum Glentleiten, das mit seinen historischen Bauernhöfen immer einen Besuch wert ist, hört man immer wieder die Geschichte vom Schmied von Kochel. Der Schmied von Kochel, mit bürgerlichem Namen Balthasar Riesenberger, hat 1705 in Folge des spanischen Nachfolgekrieges (1701 – 1714) gegen die Besatzungsmacht aus Österreich gekämpft. Als Anführer aufständiger Bauern fiel er in der „Sendlinger Mordweihnacht“, bei der allein in München mehr als tausend Menschen starben. Heute noch erinnert ein Denkmal und ein Gasthaus in Kochel an den Helden des Ortes.

Kunstgeschichtlich hat die Region auch einiges zu bieten. So lebte hier einige Jahre „der blaue Reiter“ Franz Marc mit seiner Frau Maria Franck. Zur Künstlergruppe um Franz Marc gehörten unter anderem August Macke, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky und Gabriele Münter. An den in Kochel begrabenen Künstler erinnert heute noch das gleichnamige Museum. 

Erholung kann man hier an vielen Ecken genießen, hervorheben möchten wir jedoch das Erlebnisbad „trimini“, das mit diversen Events wie z.B. Candlelight-Schwimmen immer wieder für abwechslungsreiches Relaxen sorgt. 

Und, als wenn das nicht genug wäre, bleibt auch uns „wanderfreaks“ hier eine große Auswahl an Wandermöglichkeiten. Zwei davon sind der Herzogstand, den man sowohl von Kochel als auch von Walchensee aus erobern kann. Leichter gelangt man aber mit der Herzogstandbahn in nur vier Minuten auf 1.600 m Höhe und kann dann auf den Gipfel (1731 m) laufen, den bereits der „Kini“ als Ausflugsziel schätzte. Oder man sucht sich eine der vielen anderen Wanderungen mit den verschiedensten Schwierigkeitsgraden aus. 

Eine der schönsten Wanderungen ist auf den Jochberg. Gerade im Hochsommer kann man diese Tour gut bewältigen, da der Aufstieg vom Kesselberg her ausschließlich im Wald verläuft. Belohnt für die Anstrengung wird man, sobald man dann den Wald verlässt durch einen umwerfenden Blick auf Wetterstein und Karwendel mit dem Walchensee im Vordergrund. Die Jochbergalm läd dann, wenn man die wenigen Meter zum Gipfel des Jochbergs noch hinter sich gebracht hat, auf dem Weg ins Tal ein. Bei einer guten Brotzeit und einer kühlen Maß Bier oder einem Glas frischer Milch und hausgemachtem Kaiserschmarrn gewinnt man neue Energie für den Rückweg.

Blick vom Jochberg auf den Walchensee
Walchsee Jochberg
Jochberg Walchensee
Walchensee
Panorama am Walchensee

Über den Autor

Jörg Bornmann

Als ich im April 2006 mit Wanderfreak an den Start ging, dachte noch keiner an Blogs. Viele schüttelten nur ungläubig den Kopf, als ich Ihnen von meinem Traum erzählte ein reines Online-Wandermagazin auf den Markt zu bringen, welches eine hohe journalistische Qualität aufweisen kann, eine Qualität, die man bisher nur im Printbereich kannte. Mir war dabei bewusst, dass ich Reisejournalisten und Spezialisten finden musste, die an meine Idee glaubten und ich fand sie.