Brennnessel (Urtica dioica)
Brennnessel (Urtica dioica)
ist eine alte Heilpflanze und gehört zu den bekanntesten Kräutern in unseren Breiten. Vielen ist die Brennnessel durch die brennenden Schmerzen und juckenden Quaddeln bekannt, deren Ursache die Ameisensäure ist. Doch zeichnet die Brennnessel auch ein hoher Mineralstoffgehalt aus.
Sie wird in der Heilkunde vielseitig eingesetzt. So gilt sie bei Gicht, Muskelrheuma, Nieren-, Blasenentzündung, Blutreinigung, Haarausfall Demineralisierung, Diabetes, zu hohem Blutzucker, Bauchspeichelunterfunktion usw. als Heilmittel.
Die Brennnessel gehört zu den am intensivsten untersuchten Heilpflanzen und so sprengt der Umfang des Wissens über diese Heilpflanze diesen Rahmen. Lasst uns also ein paar Merkmale und Eigenschaften heraus heben. Die Brennessel wirkt harntreibend und damit entwässernd auf unseren Körper. Für diese Wirkung sind die Kaliumsalze in der Brennnessel verantwortlich. Die Caffeoyl-Chinasäurem wirken schmerzlindernd, adstringierend und entzündungshemmend. Dies wird von der Medizin vor allem bei der Linderung von Arthroseschmerzen und Gelenkrheumatismus genutzt. Daneben enthält die Brennnessel Vitamin C und Provitamin A, Mineralsalze, Gerbstoffe wie Kiesel- und eben die Ameisensäure. Magnesium, Eisen, Wachs und ätherische Öle. Die Heilpflanze erhält man in Form von Dragées.
Rund 50 Schmetterlingsarten nutzen die Brennnessel als Futter und einige Arten wie Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge können sich von keiner anderen Pflanze ernähren (Monophagie).
Die Brennnessel kann auch vielfältig in der Küche eingesetzt werde.Im Anschluss findet Ihr ein Rezept für eine Brennnesselsuppe, man kan junge Brennnesselblätter auch sehr gut wie Spinat zubereiten. Oder man verwendet sie im Salat. Von einigen Herstellern wird die Brennnessel auch beim Käsen zugesetzt, der Brennnesselkäse.
Brenesselsuppe
Zutaten:
600g frische Brenesselblätter
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
50g Speck
150g Pizzatomaten
1 Peperonie
1l Gemüsebrühe
1 Eßl. frische Kräuter (mein Tipp: Petersilie mit Knoblauch und Zitronenzeste kleingehackt)
- Brennesselblätter gründlich waschen(mit Handschuhe ist zu empfehlen)
- Zwiebeln und Speck kleinschneiden, in einem Topf mit Öl anschwitzen
- Knoblauch pressen und dazugeben, darf nicht braun werden
- mit Pizzatomaten aufgießen, Peperonie ebenfalls kleingeschnitten dazugeben und nun 10min
leicht köcheln lassen
- Gemüsebrühe in den Topf geben, kurz aufkochen
- Brennesselblätter in die Suppe geben und nochmals ca. 10min köcheln lassen
- nun mit dem Mixstab fein aufmixen, nach belieben würzen, die Kräuter beigeben und servieren.
- Kräuter / Brennnessel
- Freitag, 25. November 2011
Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Löwenzahn (Taraxacum officinale)
kennt wohl jedes Kind und gerade in Bayern ist der Löwenzahn weit verbreitet.
Die ersten Triebe im Frühjahr sind besonders zum Genuss geeignet. Wie bei allem was man in der Natur zum Verzehr sammelt, sollte man auch beim Löwenzahn darauf achten, dass man auf unbehandelten Flächen pflückt und auch möglichst nicht den Bereich neben Straßen zum sammeln wählt.
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist eine der in Europa, Asien und Nordamerika am häufigsten beheimateten Pflanze. Er wächst auf Wiesen, in Gärten und an Wegrainen. Der Löwenzahn wird in der Heilkunde vielseitig eingesetzt. Der Milchsaft wurde früher sogar zur Behandlung von Augenkrankheiten genutzt. In der Volksheilkunde wird der Löwenzahn zur Blutreinigung, bei rheumatischen Erkrankungen, Lebererkrankungen usw. angewandt.
Er wirkt als Cholergikum (Gallenmittel) magensaftanregend, fördert die Funktion der Galle und regt die Ausscheidung über Leber und Niere an.
Löwenzahn lässt sich in verschiedenster Form genießen. Vor allem die jungen Blätter und Blüten, aber auch die Wurzel sind in verschiedenster Weise zu nutzen. So findet man in der einschlägigen Literatur Rezepte zu Löwenzahn-Kaffee, - Sekt, - Bier, - Likör, -Gelee und -Schnaps.
Zwei Möglichkeiten möchte wir Euch hier vorstellen.
Die jungen Löwenzahnblätter eignen sich hervorragend als Salat. Wichtig ist, dass man sie vor der ersten Blüte sammelt, zum einen werden die Blätter mit zunehmendem Alter immer härter, zum anderen bilden sich in der Pflanze immer mehr Bitterstoffe. Auch als „Rucola-Ersatz“ verwende ich den frischen Löwenzahn auf Pizza oder Carpaccio, das gibt den Gerichten eine besondere Note. Für Löwenzahnsalat gibt es die unterschiedlichsten Rezepte. Allen gleich ist das man die jungen Blätter in mundgerechte Stücke zupft.
- neben ca. 500g Blättern fügt man hier die Knospen zu. Separat stellt man ein Dressing aus 1 Knoblauchzehe, 3 El Salatöl (ich empfehle hier Kürbiskernöl), es geht aber auch jedes andere), 1 El Zitronensaft, 1,5 El Apfelessig, Salz und Pfeffer her. Dies fügt man über den Salat. Man kann jetzt noch etwas Estragon oder Kerbel hinzufügen.
- die etwas mediterrane Zubereitung, bei wiederum ca. 500 g Löwenzahn füge ich 3 Frühlingszwiebeln (in Ringe geschnitten) und 1 Bund Radieschen (in Scheiben) hinzu. Eine Knoblauchzehe fein hacken und darüber streuen. Mit Salz und Pfeffer würzen und Balsamicoessig und Olivenöl mischen.
- 500 g Löwenzahnblätter und 2 Schalottenzwiebeln (klein würfeln) mischen. Aus 2 El Essig, 4 El Öl, Salz und Pfeffer separat eine Marinade rühren und diese dann mit 3 El saure Sahne gut vermengen, danach über den Salat geben.
Neben diesen Rezepten kann man aus Löwenzahn auch Wein machen. Hierzu braucht man 4 Liter junge Löwenzahnblüten, 4 Liter Wasser, 1 Orange, 1 Zitrone 2 kg Zucker und ½ Kaffeetasse Hefe.
Zu den vier Litern Löwenzahnblüten, gießt man das Wasser und fügt die Schale der Zitrone und der Orange hinzu. Danach wird das ganze 20 Minuten gekocht in ein Gefäß mit großer Öffnung abgeseiht und Zucker und Orange hinzugefügt. Wenn das ganze lauwarm ist fügt man die Hefe hinzu und stellt das Ganze an einen dunklen Ort, wo es vier bis fünf Tage gären muss. Danach zieht man dies auf Flaschen und stellt es wiederum für zwei Wochen in den Keller. Wichtig dabei, dass die Flaschen nur leicht verschlossen sind, damit die Gärgase entweichen können. Das entstandene Getränk ist kristallhell und schmeckt ausgezeichnet.
Sauerampfer (Rumexacetosa)
Der Sauerampfer (Rumexacetosa)
gehört zur Familie der Knöterichgewächse und ist ein richtiger Überlebenskünstler. Nicht nur, dass seine Samen, von denen tausende pro Pflanze abgegeben werden, mehrere Jahre im Boden überleben, auch in der Gülle bleiben diese keimfähig und so verbreitet er sich durch Gülledüngung aus. Man bezeichnet den Sauerampfer daher auch als Zeigerpflanze, da er sich auf Grünflächen, die vor allem durch Gülle gedüngt werden extrem ausbreitet. Auch seine bis zu 1,5 m tiefen Speicherwurzeln bleiben selbst in kleinen Teilen noch regenerationsfähig. Der Sauerampfer ist daher sehr schwer zu bekämpfen, obwohl er von den Landwirten wenig geliebt wird, da er sich in Silage und Heu schlecht konservieren läßt und vom Vieh verschmäht wird.
Doch viele von uns, die das Glück mit auf solche Erfahrungen hatten, haben als Kind auf seinen Blättern herum gekaut und es gibt gute Gründe dies auch regelmäßig als Erwachsener zu tun. Der Sauerampfer enthält sehr viel Vitamin C. Durch den hohen Vitamin C-Gehalt, wurde Sauerampfer bereits im Mittelalter von den Seefahrern als Mittel gegen Skorbut genutzt. Außerdem enthält er organische Eisenverbindungen. Daher sollte er bei einer blutreinigenden Frühjahrskur nicht fehlen. Auch bei Verdauungsbeschwerden wurde Sauerampfer bereits seit Jahrhunderten als Heilpflanze eingesetzt. Doch Vorsicht, er enthält auch Oxalsäure, die besonders bei Nierenkranken in größeren Mengen genossen gesundheitsschädlich ist. Sauerampfer wird auch als reinigende Kompresse gegen fettiger und unreiner Haut genutzt. Dafür werden eine Handvoll Sauerampferblätter in einem Viertelliter Wasser gekocht, nach der Sud abgekühlt ist, durch einen Sieb geseiht, ein Tuch damit tränken und auf das gut gesäuberte Gesicht legen. In einigen Rezepten wird anstelle des Wassers auch Wein genutzt, ich finde es aber sinnvoller, wenn der Wein zur Unterstützung der inneren Anwendung vorgezogen wird.Kommen wir nun zurück zur Pflanze. Der Sauerampfer ist eine mehrjährige und krautige Pflanze. Er wird bis zu einem Meter hoch und seine kleinen roten Blüten bilden sich an blattlosen Stängeln als Rispe aus. Die Blütezeit ist von Mai bis August. Er wächst besonders gut auf nährstoff-, stickstoffreichen und lehmigen Boden. Die Blätter des Sauerampfers kann man von Frühjahr bis in den Herbst sammeln. Achten sollte man darauf, dass man junge, makellose Blätter nutzt. Ältere Blätter, die oft auch rostbraune Löcher haben, sollte man nicht nutzen. Auch sollte man möglichst keine Pflanzen und Blätter pflücken, die auf gedüngten Flächen und an Straßenrändern wachsen
Sollte einem das Sammeln zu mühselig sein, kann man den Sauerampfer inzwischen auch im gut sortierten Gemüseladen kaufen, oder wenn man einen Garten hat, läßt er sich auch gut anbauen. Wenn man dabei darauf achtet, dass man immer nur die jungen Blätter pflückt, wachsen schnell neue Blätter nach und ich kann so auch hier bis in den Herbst ernten.
Zum Schluss möchte ich Euch wieder einige Rezepte an die Hand geben, eine Sauerampfer-Suppe mit Kopfsalat, eine Kräutersuppe mit Sauerampfer und Spinat und die hessische Spezialität „Grüne Soße“. Darüber hinaus kann ich Sauerampfer auch wie Spinat zubereiten, oder ich füge etwas Sauerampfer unter Spinat, der damit würziger wird. Auch mit Mangold gemischt und als Gemüse gekocht, schmeckt Sauerampfer hervorragend.Für die Sauerampfer-Suppe mit Kopfsalat benötige ich etwa eine handvoll Sauerampferblätter, zwei Kopfsalatherzen, etwas Butter, 600ml Gemüsebrühe, 150g Sahne, Salz und Pfeffer. Zunächst werden der Sauerampfer und die Salatherzen fein geschnitten und gewaschen. Dann werden die Streifen in Butter kurz angedünstet und mit der Gemüsebrühe aufgegossen. Die Suppe etwa 20 Minuten kochen mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann fein mixen und kurz vor dem Anrichten etwas Sahne zufügen. Als Beilage eignen sich geröstete Weißbrotstreifen hervorragend.Für die Kräutersuppe mit Sauerampfer und Spinat benötigt man eine handvoll Sauerampferblätter, etwa die gleiche Menge Blattspinat, ein Bund Schnittlauch, eine Knoblauchzehe etwa 100g Champignons, eine Schalotte, 600ml Gemüsebrühe, 150g Sahne, zwei Eßlöffel Weinbrand, ein Eigelb, Butter, Salz und Pfeffer. Zunächst werden der Blattspinat und der Sauerampfer grob gehackt und gewaschen. Den Schnittlauch und die Knoblauchzehe fein hacken. Die Schalotte ebenfalls fein würfeln und in Butter anschwitzen, die Champignons putzen und in Scheiben schneiden zu den Schalotten geben und ca. fünf Minuten mit dünsten. Danach die restlichen Kräuter zugeben kurz mit dünsten und mit der heißen Gemüsebrühe und der Sahne aufgießen, nicht mehr kochen lassen. Dann mit Salz, Pfeffer und Weinbrand abschmecken. Das verquirlte Eigelb mit etwas Suppe verrühren, zur restlichen Suppe dazugeben und gleich servieren.
Als drittes Rezept möchte ich Euch die Frankfurter grüne Soße vorstellen. Diese hessische Spezialität ist leider in vielen Regionen Deutschlands noch absolut unbekannt. Doch ich werde jetzt dafür sorgen, dass die „Grie Soß“ ihren Siegeszug antritt. Die grüne Soße kann zu kaltem Braten oder Fisch gereicht werden und ist in vielen hessischen Familien mit Pellkartoffeln das traditionelle Gründonnerstagessen. Die grüne Soße hat ihren Ursprung wohl in der französischen Sauce vinaigrette. Die Frankfurter nahmen dann heimische Kräuter und reicherten sie mit saurer Sahne an, wobei in Hessen unterschiedliche Rezepte, teilweise auch ohne saure Sahne bekannt sind.
Für unser Rezept benötigt man etwa 300g Kräuter. Es sollten mindestens sieben verschiedene Kräuter in zu gleichen Teilen sein, wobei gilt „je mehr desto gut“. Folgende Kräuter bieten sich je nach Saison an Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Dill, Borretsch, Kresse, Estragon, Liebstöckel und Zitronenmelisse. Weiterhin benötige ich 2 Zwiebeln, 4 hart gekochte Eier, 1 EL Essig, 2 EL Oel, ¼ Liter saure Sahne (Schmand), 150 g Joghurt, 1 Prise Zucker, Salz und Pfeffer. Die Kräutermischung gibt es in Hessen auch im Gemüseladen zu kaufen.
Zunächst verlese ich die Kräuter, wasche sie gründlich und lasse sie abtropfen. Zusammen mit den Zwiebeln werden sie dann sehr fein gehackt und in einer großen Schüssel mit dem Essig, dem Oel, Schmand und Joghurt vermischt und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Eine Stunde kalt stellen und durchziehen lassen. Die Eier grob hacken und unterrühren. Nochmals mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken, weitere 15 Min. ziehen lassen und dann mit der entsprechenden Beilage servieren.
Guten Appetit.
- Kräuter / Sauerampfer
- Freitag, 25. November 2011

