Ulmen (Gattungsname Ulmus)

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Ulmen (Gattungsname Ulmus)

bilden zusammen mit dem Zürgelbaum (Celtis australis), der allerdings nur als Zier- oder Straßenbaum angepflanzt wird, die Familie der Ulmengewächse. Hierzulande gibt es drei einheimische Ulmenarten: Die Flatter-Ulme (Ulmus laevis), die Feld-Ulme (Ulmus carpinifolia) und die Berg-Ulme (Ulmus glabra). Während Feld- und Flatter-Ulme in Niederungen und Auwäldern anzutreffen sind, wachsen Berg-Ulmen in schattigen Hangwäldern der mittleren Gebirgslagen (bis etwa 1300 m). Keine der drei Arten kommt bestandsbildend vor, bildet also keine Wälder sondern tritt vereinzelt oder in kleinen Gruppen innerhalb von Mischwäldern auf. Ulmen sind sommergrüne 30 bis 40 m hohe Laubbäume mit einer unregelmäßig geformten, lockeren Krone. Da deswegen genug Licht auf den Boden fällt, finden auch andere niedrig wachsende Pflanzenarten am Fuß der Ulme gute Lebensbedingungen. Vermutlich lässt sich darauf die Deutung von Toleranz, Großzügigkeit, „leben und leben lassen“ zurückführen. Ulmen wachsen langsamer als viele andere einheimische Laubbaumarten, können aber ein hohes Alter erreichen. Bei Berg-Ulmen ist vereinzelt ist ein Alter von ca. 400 Jahren bei einem Stammdurchmesser von bis zu 3 m nachgewiesen worden. Ulmenholz, technisch auch als Rüster-Holz bezeichnet, ist sehr fest, schwer zu spalten, aber dafür sehr biegsam, weswegen es in der Möbelverarbeitung früher oft Verwendung fand.

Ulmen sind an ihren Blättern und Früchten gut zu erkennen. Die Blattform variiert je nach Art von rund bis länglich (verkehrt eiförmig), der Blattrand ist doppelt gezähnt oder gekerbt. Ulmenblätter enden aber immer in einer deutlichen Spitze. Noch markanter ist der Blattgrund (der Übergang vom eigentlichen Blatt zum kurzen Blattstiel): Er ist auffallend asymmetrisch. Die eine Hälfte des Blattes setzt erst weiter oben am Stiel an als die andere. Die Früchte, die ebenso wie die Blüten in Büscheln zusammen stehen, erinnern an fliegende Untertassen: Im Zentrum eines hellgrünen, flachen, kleinen „Blättchens“ sitzt der kugelige Samen sitzt.

Ulmen werden in den letzten Jahrzehnten immer stärker durch die sogenannte „Ulmenpest“ gefährdet. Dahinter verbirgt sich eine Pilzinfektion, die durch Borkenkäfer übertragen wird und die Bäume innerhalb kurzer Zeit absterben lässt. Bislang lässt sich dieser Pilz nur durch Giftstoffe bekämpfen, die jedoch die gesamte Umwelt in Mitleidenschaft ziehen. Berg-Ulmen scheinen gegen den Pilz resistenter zu sein als andere Arten. Also: Augen auf, wenn Ihr unseren Routenvorschlägen in den Bergen folgt! Eine gesunde, kräftige Ulme ist ein ähnlich majestätischer Anblick wie eine alte Eiche.

Pappeln (Gattungsname Populus)

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Pappeln (Gattungsname Populus)

sind in Europa weit verbreitete sommergrüne Laubbäume, die zusammen mit den Weiden die botanische Familie der Weidengewächse (Salicaceae) bilden. In unseren Breiten findet man vor allem die Weiß- oder Silberpappel (Populus alba), die Schwarzpappel (Populus nigra), die Zitterpappel oder Espe (Populus tremula) und die Graupappel (Populus canescens). Letztere ist streng genommen keine eigene Art sondern ein Kreuzungsbastard aus der Schwarz- und der Zitterpappel (nicht aus Schwarz- und Weißpappel, obwohl das logischer klingen würde).

 

Alle genannten Pappelarten sind in ihren Standortansprüchen recht bescheiden. Sie wachsen einzeln oder in lockeren Gruppen auf relativ nährstoffarmen Böden – unter der Voraussetzung, dass genügend Sonnenlicht vorhanden ist. Schwarz- Weiß- und Graupappeln besiedeln „in freier Wildbahn“ feuchte, lockere Kies- oder Sandböden, wie Flussränder, Flussschotter, Auenwälder. Gezielt angepflanzt werden Schwarzpappeln häufig in Parkanlagen, Weißpappeln als Straßenbäume in Städten, wo sie als „antistatische Bio-Staubwedel“ fungieren.

In dem wollig-filzigen Haarbesatz an der Blatt-Unterseite, dem die Weißpappel ihren Namen verdankt, verfängt sich der Luftstaub. Beim nächsten kräftigen Regenguss wird der gebundene Schmutz wieder abgewaschen und verschwindet praktischerweise in der Kanalisation! Die Zitterpappel (Espe) besiedelt im Gegensatz zu den anderen Arten von Natur aus trockenere Standorte. Sie gilt als der Pionierbaum auf Brachland und Rohböden. Auf Euren Wanderungen werdet ihr diese Pappelart am häufigsten antreffen, z.B. in aufgelassenen Steinbrüchen, an Halden, Gleisbauanlagen, Wegrändern oder Schotterflächen im Gebirge bis über 1000 m. Deswegen möchten wir Euch diese Art botanisch etwas näher vorstellen.

 

Die Espe gehört zu den raschwüchsigsten Bäumen Europas (Wuchshöhen bis 30 m), erreicht aber kein hohes Alter - im Gegensatz zu langsam wachsenden Baumarten wie Eiche oder Ulme, die mehrere hundert Jahre alt werden können. So anspruchslos sie bezüglich der Bodenbedingungen ist, so hohe Ansprüche stellt sie an die Lichtverhältnisse. Sie benötigt viel Sonne, im Schatten oder Halbschatten kann sie nicht gedeihen. Ihre Krone ist anfangs sehr licht durch weit gestellte Äste, wird später zunehmend trapez- bis kugelförmig oder mehrteilig. Die unbehaarten Blätter sind 3 bis 10 cm lang, kreis- bis eirund mit kurzer Spitze, der Blattrand ist stumpf gezähnt bis leicht gebuchtet. Charakteristisch ist der lange, dünne, seitlich abgeflachte Blattstiel. Darauf begründet sich auch der Name „Zitter“-Pappel: Beim leisesten Windhauch beginnen ihre lang gestielten Blätter raschelnd zu zittern und zu tanzen. „Das leise Flüstern der Bäume“ findet als Symbol für Geheimnisvolles in vielen Gedichten und Märchen seinen Ausdruck.

 

 

Sie bildet ein in die Breite und in die Tiefe weit ausladendes Wurzelsystem, so dass sie auch auf Böden mit geringer Wasserspeicherungskapazität ihren Wasserbedarf stillen kann. Dieser Tatsache, verbunden mit ihrer Genügsamkeit hinsichtlich der Bodenbedingungen verdankt sie ihre Rolle als Pioniergehölz. Unter ihrer lichten Krone können sich schnell andere Gehölze ansiedeln, die mit zunehmender Wuchshöhe dann die lichtbedürftigen Espen verdrängen. Dadurch entwickeln sich im Verlauf weniger Jahre oder Jahrzehnte aus einer Espenflur neue Pflanzengesellschaften mit anderen Leitbäumen.

 

Sie bildet ein in die Breite und in die Tiefe weit ausladendes Wurzelsystem, so dass sie auch auf Böden mit geringer Wasserspeicherungskapazität ihren Wasserbedarf stillen kann. Dieser Tatsache, verbunden mit ihrer Genügsamkeit hinsichtlich der Bodenbedingungen verdankt sie ihre Rolle als Pioniergehölz. Unter ihrer lichten Krone können sich schnell andere Gehölze ansiedeln, die mit zunehmender Wuchshöhe dann die lichtbedürftigen Espen verdrängen. Dadurch entwickeln sich im Verlauf weniger Jahre oder Jahrzehnte aus einer Espenflur neue Pflanzengesellschaften mit anderen Leitbäumen.

 

Daraus ergibt sich: Je besser die Espen ihren „Job“ als Erstbesiedler machen, desto schwieriger wird es für ihren Nachwuchs. Die Samen müssen also möglichst weite Strecken zurücklegen können. Das sicherste Transportmittel ist damit der Wind. Die kleinen, leichten Samen, die sich nach der Befruchtung in den weiblichen Kätzchen bilden, sind dicht mit Flughaaren besetzt. Im Frühsommer wirbeln sie zu mehreren in kleinen wattebauschähnlichen Gebilden vereint bei jedem Luftzug etliche Kilometer weit. Auch die Bestäubung wird ausschließlich vom Wind erledigt, so dass die Blüten keine Lockmittel für Insekten benötigen. Die Blüten entwickeln sich im März bis April, vor dem Laubaustrieb. Pappeln gehören zu den zweihäusigen Gehölzarten, d.h. ihre männlichen und weiblichen Blüten sitzen auf getrennten Individuen und sind optisch leicht zu unterscheiden. Die weiblichen Blüten hängen in kahlen grünlich-gelben Kätzchen, die männlichen Kätzchen sind flaumig weißgrau behaart.

 

Ein kurzes Wort noch zur Verwendung von Pappelholz: Für Schreiner- und Bauarbeiten ist das Holz zu weich, eignet sich aber gerade deswegen für Schnitzarbeiten aller Art. Auch wenn Ihr keine Hobby-Schnitzer seid: Pappeln in Miniaturform habt Ihr dennoch alle schon in der Hand gehabt. – Streichhölzer werden aus Pappelholz gefertigt.