Er ist schon eine besondere Persönlichkeit, dieser Hochkönig. Und eine oft unterschätzte Größe, der mit seinen 2941 Metern auf den ersten Blick nicht zu den ganz Großen zählen mag. Aber weit gefehlt, er ist eine dominante Erscheinung und kann mit einer Schartenhöhe von 2181 Metern zwischen dem tiefsten Punkt der Erhebung und dem Gipfel mit Großglockner und Montblanc mithalten. Weit und breit gibt es im Salzburger Land keinen Gipfel der so mächtig auftritt. Und das macht die Königstour quer durch das gesamte Skigebiet besonders reizvoll.
Doch nun zur Königstour selbst. Wir sind hier in einem Skigebiet mit 120 Pistenkilometern zwischen Maria Alm und Mühlbach mit den üblichen Zutaten von Funslopes und Snowparks bis zur Ski Movie Strecke. Die Königstour selbst misst 35 Pistenkilometer mit 7.500 Höhenmetern, passiert dabei sechs Gipfel. Man fährt im Prinzip die meiste Zeit auf der Südseite des Hochkönigs wie auf einer Aussichtspromenade.
Los geht es in Maria Alm. Und da folgt bald ein erster Höhepunkt im doppelten Sinne des Wortes. Mit der Abergalmbahn und einem Vierersessel kommt man auf den Aberg und damit auf den höchsten Punkt der ganzen Tour auf 1.890 Meter Höhe. Dort oben könnte man im Bergstadl gleich einen ersten Einkehrschwung einlegen. Früh am Vormittag bietet sich eine herrliche Stimmung, wenn die Morgensonne knapp über dem Horizont herüber blinzelt und die schneebedeckten Berge leuchten. Nun geht es weiter nach Hintermoos, wobei man sich gut an den gelben und orangen Richtungspfeilen orientieren kann. Wir nehmen die Familienabfahrt und die Ahornabfahrt, alles leichte bis mittelschwere Pisten. Danach fahren wir mit der Sinalcobahn auf den nächsten Berg und landen direkt bei der berühmten Steinbockalm. Danach schwingen wir ganz locker an der Ostflanke hinunter nach Dienten. Von Dienten geht es dann rauf auf die Bürglalm. Unterwegs hat man einen schönen Blick hinüber zum Hochkönig, zur Übergossenen Alm und zum gleichnamigen Hotel Resort direkt an der Bundesstraße über dem Dientner Sattel. Den kennen vor allem die Motorradfahrer als populäre, kurvenreiche Bergstrecke im Sommer.
Kurz danach erreicht man schließlich das vorläufige Ziel in Mühlbach. Für den Rückweg könnte man den Skibus nehmen oder natürlich auch mit den Skiern zurückfahren. Das hängt auch davon ab, wieviele Einkehrschwünge man auf dem Hinweg schon absolviert hat. A apropos einkehren. Das ist eine besondere Qualität dieser Skirunde, denn die Gastronomie an der Piste spielt da eine wichtige Rolle. Gute Hütten gibt es am Hochkönig ja genug. Hier stehen dazu drei verschiedene kulinarische Skirunden zur Wahl, bei denen in jeder beteiligten Hütte bereits ein Gang für den Besucher vorgesehen ist. Das sind die Tour „Heimatliebe“, die Tour „Gipfelgenuss“ und recht neu die „Kulinarische Königstour in Pink“ zugunsten der Pinkribbon Aktion der Krebshilfe Salzburg. In jedem Fall kannst du bei den drei Touren fahren, wie es dir Spaß macht. Es gibt keine vorgegebenen Zeiten. Du musst nur die Öffnungszeiten der Hütten beachten.
Nehmen wir mal als Beispiel die Gipfelgenuss Tour. Sie umfasst als Vorspeise Rote Beete Falafel mit Vegi Tsatziki und Gurke, begleitet von einem Glas TOM Sprudel rosé auf der Tom Almhütte oder Beef Tatar würzig mariniert mit getoastetem Hausbrot & Senfcreme mit einem Glas Rosé auf der Steinbockalm. Zum Hauptgang kann man wählen zwischen Hirschragout mit Butterspätzle, Biohanf und Süßkartoffel oder Rote Rüben Knödel mit Feta, Nüssen und brauner Butter jeweils inklusive Weinbegleitung auf der Skihütte Deantnerin. Und wenn noch Platz ist, sollte man das Zwetschkencrumble mit Topfeneis und einem Kaffee, auf der Steinbockalm nicht verschmähen. Das Ganze kostet pro Person 79 Euro.
Verlockend klingt auch die pinke Variante. Zum Auftakt wieder die Roten Beete Falafel mit Vegi Tsatziki und Gurke auf der Tom Almhütte oder Rote Beete Carpaccio mit Rucola & Walnuss Crunch auf der Scheppal Alm. Als Hauptgang bietet sich auch noch Hirschragout mit Rotkraut und Spätzle oder Rote Rüben Knödel mit Feta, Nüssen & brauner Butter bei der Deantnerin an. Zum Nachtisch stehen die Scheppal Alm mit einem Pinken Eisbecher oder die Tom Almhütte mit Rosa Kürbisküchlein mit kandiertem Kürbis und Ganache zur Wahl. Das Ganze gibt es für 99 Euro pro Person.
Das Tagesprogramm ist also gut gefüllt mit Köstlichkeiten. Beste Aussichten an einem höchst ungewöhnlichen und unvergesslichen Skitag. Aber wie bereits gesagt, ein gewöhnlicher Skiberg ist der Hochkönig eben nicht. Und das ist auch gut so.
Start/Ziel: Maria Alm
Länge: 35 Pistenkilometer
Höhenunterschied: 7500 m
www.hochkoenig.at
Über den Autor*Innen
Georg Weindl
Es hat schon sein Gutes, wenn man mitten in seinem Arbeitsgebiet lebt. Georg Weindl wohnt in Oberbayern und Österreich, schreibt Reisereportagen und Bücher, die sich überwiegend in den Alpen, Süddeutschland und in Italien abspielen und in zahlreichen deutschen und österreichischen Tageszeitungen und Magazinen veröffentlicht wurden und werden. Das tut er seit mehr als 30 Jahren.