Punk-Revival: Wiedehopfe können wieder in Bayern gesichtet werden

Punk-Revival: Wiedehopfe können wieder in Bayern gesichtet werden - (c) LBV Josef Baumgartner

Früher war der Wiedehopf in den wärmeren Regionen Bayerns ein weit verbreiteter Brutvogel. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts jedoch sind seine Bestände drastisch zurückgegangen, zeitweise war die Art dort sogar vollständig verschwunden. Heutzutage gibt es in Bayern nur noch wenige Brutpaare und einzelne, verstreute Populationen.

Der Wiedehopf (Upupa epops) erreicht eine Körperlänge von 25 bis 29 Zentimetern, was in etwa der Größe einer Amsel entspricht – wobei bis zu 5 Zentimeter davon auf den langen, gebogenen Schnabel entfallen. Die Flügelspannweite liegt zwischen 44 und 48 Zentimetern. Besonders auffällig sind der markante, gebogene Schnabel und der leuchtend orangebraune Federschopf mit schwarzen Spitzen, der jedoch meist nur selten aufgestellt wird. Auch Kopf, Nacken und Hals zeigen eine orangebraune Färbung, während die Unterseite weiß ist. Rücken, Flügel und Schwanz sind hingegen deutlich schwarz-weiß gestreift, Schnabel und Beine erscheinen grau. Zwischen den Geschlechtern gibt es kaum Unterschiede im Aussehen – Weibchen und Männchen sehen nahezu identisch aus.

Der dramatische Rückgang dieses faszinierenden Zugvogels ist vor allem auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen. Durch starke Überdüngung und den vermehrten Einsatz von Pestiziden finden Wiedehopfe kaum noch ausreichend große Insekten als Nahrung. Gleichzeitig sind durch das Entfernen von landschaftlichen Kleinstrukturen wie alten Obstbäumen oder Trockenmauern die für Höhlenbrüter so wichtigen Nistplätze selten geworden.

Größere Populationen des Wiedehopfs gibt es in Deutschland noch am Oberrhein und im Nordostdeutschen Tiefland. Besonders die Vögel, die in den Nordosten ziehen, lassen sich ab Ende März jedes Jahr in Bayern beobachten, wenn sie auf ihrem Zug Rast machen. Es bleibt stets die Hoffnung, dass sich ein Paar bei günstigen Bedingungen in Bayern niederlässt und brütet.

Hatten Sie das Glück, einen Wiedehopf zu sehen? Teilen Sie Ihr besonderes Erlebnis mit uns! Ihre Beobachtungen helfen dabei, diesen seltenen und beeindruckenden Vogel besser zu erfassen und zu schützen. Mit Ihren Hinweisen unterstützen Sie die Experten des LBV dabei, sich einen genaueren Überblick über den Bestand des Wiedehopfs in Bayern zu verschaffen…

Über den Autor*Innen

Jörg Bornmann

Als ich im April 2006 mit Wanderfreak an den Start ging, dachte noch keiner an Blogs. Viele schüttelten nur ungläubig den Kopf, als ich Ihnen von meinem Traum erzählte ein reines Online-Wandermagazin auf den Markt zu bringen, welches eine hohe journalistische Qualität aufweisen kann, eine Qualität, die man bisher nur im Printbereich kannte. Mir war dabei bewusst, dass ich Reisejournalisten und Spezialisten finden musste, die an meine Idee glaubten und ich fand sie.